Firmung 2009: Fotos online
Alle Bilder auch auf: www.flickr.com/bdkj
Gedanken zum Heiligen Geist
Am Sonntag, 8.11.2009 haben sich alle Firmbewerber der Pfarrei St. Augustiuns in Gelsenkirchen zu ihrem 3. Knotenpunkt im Philipp-Neri-Zentrum getroffen. Thematisch ging es um den „HEILIGEN GEIST“. Was ist das? Wie kann ich mir diesen Geist vorstellen? Kann ich ihn spüren?
Hier einige Gedankensplitter von Jasmin und Martin:
(1) Kann man sich den Hl. Geist überhaupt als Person vorstellen?
(2) Er kann uns begeistern, der Brandstifter der uns Feuer und Flamme macht
(3) Hl. Geist als Fürsprecher => sozusagen als „innere Stimme“
=>Bauchgefühl
(4) „Unruhigmacher“=> jemand, der ein Handeln provoziert
ð Der „seinen Senf“ überall dazu gibt
(5) Der nicht „fassbare“ Teil von Gott
=>Strom kann man auch nicht sehen, aber seine Auswirkungen
(6) Er bewirkt -er ist der Auslöser- er lässt mich Dinge tun, die mich überraschen, wenn ich mich darauf einlasse
(7) Die dritte Gestalt (Erscheinungsbild(?)) neben Gott und Jesus Christus
Nachwort:
Hl. Geist
So haben wir versucht, ihn uns zu erklären und greifbarer zu machen.
Er ist einfach unfassbar!
Das sind nur Gedankenanstöße, die ihr ergänzen könnt – auch mit eigenen Erfahrungen/Erlebnissen
Aus der Apostelgeschichte zum Thema „Heiliger Geist“
Aus der Apostelgeschichte 2,1-14
Das Pfingstereignis:
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
7 Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
…Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten?
13 Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken.
14 Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!
Jesus – Armut
ein Brasilianisches Gebet
ließ dazu auch das Matthäus-Evangelium 25,31-46
„Er heißt Jesus und er leidet Hunger.
Er schreit durch den Mund der Hungernden.
Und die Menschen gehen vorüber, wenn sie ihn sehen.
Sie eilen, um schnell zur Kirche zu kommen.
Er heißt Jesus Christus und ist ohne Wohnung.
Am Straßenrand schläft er.
Und die Menschen gehen schneller, wenn sie ihn sehen
und sagen, er sei ein betrunkener Penner.
Er heißt Jesus Christus und ist Analphabet.
Er lebt ohne Arbeit und bettelt.
Und die Menschen sagen, wenn sie ihn sehen: „Der taugt nichts.“
Er sollte besser arbeiten als betteln…
Er heißt Jesus Christus und ist verbannt worden aus der Gesellschaft und aus den Kirchen.
Sie stellen ihn sich als König vor
während er doch mit den Armen zusammenlebt.
Er heißt Jesus Christus und liegt krank.
Er lebt hinter Gittern der Gefängnisse
und wir besuchen ihn kaum.
Wir wissen, dass er an den Rand gedrängt lebt.
Er heißt Jesus Christus und ihn dürstet
nach einer Welt mit Liebe und Gerechtigkeit.
Obwohl er sich um Frieden bemüht
zwingt ihn die öffentliche Ordnung zum Krieg.
Er heißt Jesus Christus und wird abgelehnt.
Er lebt unter schmutzigen Huren.
Viele vertreiben ihn aus der Stadt
weil sie Angst haben, ihm die Hand zu geben.
Sein Name ist Jesus Christus, und er ist ganz und gar Mensch
der in dieser Welt lebt oder leben möchte.
Denn er erkennt keine HIndernisse mehr an.
Aus uns allen will er Geschwister machen.
Allerseelen
Der Gedächtsnistag für alle verstorbenen Gläbigen wurde bereits 998 eingeführt. Dass Christen für ihre Verstorbenen beten und die Eucharistie feiern, ist bereits seit dem 2. Jahrhundert bezeugt. Der Besuch auf dem Friedhof, das Schmücken der Gräber und die Kerzen sind österliche Zeichen des Lebens. Die Verbundenheitmit den Verstorbenen kommt in dem Wunsch zum Ausdruck, dass die Toten das ewige Leben bei Gott erlangen und in ihm die ewige Ruhe und den Frieden finden, die Christus schenkt.
Predigt zu Allerheiligen
„Selig, die ein Herz eines Armen haben“
es gilt das gesprochene Wort
Selig, die das Herz eines Armen haben
Am Fest Allerheiligen hören wir jedes Jahr die Seligpreisungen.
Die erste Seligpreisung ist quasi das Leitmotiv für die nachfolgenden Seligpreisungen. Das Armsein vor Gott steht am Anfang der Seligpreisungen Jesu.
Das Armsein vor Gott hat für uns heutige Menschen einen eigenen Klang, der nicht sogleicheinleuchtet. Denn der Begriff der „Armut“ wird in unserer Zeit sehr häufig verwendet und gebraucht. Und wenn ich einmal frage würde, was ihnen alles zu Armut einfällt, dann käme eine ganze Bandbreite von Begriffen und Assoziationen dabei heraus.
Menschen mit leeren Händen
Im Lukasevangelium wird der Begriff „Armut“ in den Seligpreisungen, in leiblicher Hinsicht verwendet. Die Seligpreisung der Armen im Matthäusevangelium ist an die gerichtet, die – wie wir – nicht in Armut leben.
Die Frage stellt sich: Für welche Armut preist Jesus denn uns glücklich?
Wie kann ich mich, der ich etwas besitze, von Jesus angesprochen fühlen, wenn er sagt: Glücklich zu preisen, die arm sind?
- Gemeint ist die geistige Armut; früher missverständlich übersetzt mit „Arm im Geiste“.
- Gemeint ist die Armut des Menschen vor Gott.
- Jesus preist jene Menschen selig, die das Herz eines Armen haben, die sich vor Gott arm vorkommen; als Menschen mit leeren Händen.
Die erste Seligpreisung könnte man auch so wiedergeben: Glücklich, die sich ihre Armut vor Gott eingestehen.
Mit dieser Einsicht kann der eine oder andere nicht ganz leicht mit umgehen.
- Die Armen haben nichts und sind darauf angewiesen, dass ihnen etwas gegeben wird.
- – Wir, die etwas besitzen, könnten uns dagegen leicht mit dem zufrieden geben, was wir unser Eigen nennen und wo wir keine Entbehrung leiden. Mein Herz kann so voll gestellt sein mit irdischen Gütern, dass kein Platz mehr besteht für das, was mehr ist als irdischer Besitz. Manchmal wäre da eine innere Entrümpelung notwendig.
Innere Distanz zu den Gütern dieser Welt
Die erste Seligpreisung könnte mich zu einer neuen Einschätzung dessen bewegen, was ich besitze, um eine innere Distanz den irdischen Gütern gegenüber zu gewinnen. Wir dürften uns, schreibt Paulus den Christen von Korinth, im Blick auf die Begrenztheit unserer Lebenszeit, nicht zu sehr an das klammern, was wir besitzen. Darum sollten wir kaufen, als würden wir nicht Eigentümer. Und wir sollten uns die Welt zunutze machen, als nutzten wir sie nicht (vgl. 1 Kor 7:29-31). Was wir haben, ist Leihgut. Es wird uns nicht ewig gehören.
Die innere Distanz zu dem, was wir besitzen, betrifft auch die geistigen Güter. Materielles Besitzdenken ist, meine ich, eher zu entlarven als das Sich-zugute halten in geistiger Hinsicht.
Armsein vor Gott gewinnt eine noch tiefere Dimension im Relativieren auch dessen, was ich an geistigen Gütern und Fähigkeiten besitze. Ich verdanke sie Gott, vor allem: sie sind nicht das, was mich vor Gott wertvoll macht. Das bin ich selbst. Von Gott geschaffen und geliebt – ohne meine Verdienste und Leistungen.
Allein Gott verdankt
Therèse von Lisieux, fühlte sich vor Gott als ein Mensch mit leeren Händen. „Am Abend meines Lebens“, so hat sie einmal gebetet, „werde ich mit leeren Händen vor Dir erscheinen; denn ich bitte: Zähle meine guten Werke nicht, Herr! All unsere Gerechtigkeit ist voller Fehler in Deinen Augen. Ich will mich also mit Deiner Gerechtigkeit bekleiden und mit Deiner Liebe Dich selbst empfangen.“
Ich möchte abschließen mit einer Geschichte aus den Chassidischen Erzählungen, die Martin Buber gesammelt hat. Auch sie kann deutlich machen, dass wir uns von jeglicher Art von Besitz- und Leistungsdenken lösen müssten, um uns dann um so mehr von Gott beschenken und beglücken zu lassen. „Ein junger Mensch kommt zu einem Rabbi mit der Frage: ‚Was kann ich tun, um die Welt zu retten?‘ Der Weise antwortet: ‚So viel, wie du beitragen kannst, dass morgens die Sonne aufgeht.‘ ‚Aber was nützen dann all meine Gebete und guten Taten, mein ganzes Engagement?‘, fragt der junge Mensch. Darauf der Weise: ‚Sie helfen dir wach zu sein, wenn die Sonne aufgeht‘.“
Evangelium zu Allerheiligen
Aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 5,1-12a)
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.
3 Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; /
denn ihnen gehört das Himmelreich.
[5,3 Wörtlich: die im Geist Armen. Gemeint sind Menschen, die wissen, dass sie vor Gott nichts vorweisen können, und die daher alles von Gott erwarten.
4 Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden.
5 Selig, die keine Gewalt anwenden; / denn sie werden das Land erben.
(Andere Übersetzungsmöglichkeit: die sanftmütig sind.)
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden satt werden.
7 Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.
8 Selig, die ein reines Herz haben; / denn sie werden Gott schauen.
9 Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; / denn ihnen gehört das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.
Lied zur Firmvorbereitung
„Ich glaube an den Vater“
Ich glaube an den Vater, den Schöpfer dieser Welt, der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält. Er schuf aus Nichts das Leben, den Mensch als Frau und Mann: die Krone seiner Schöpfung. Ich glaube daran.
Ich glaube an Jesus Christus, der auf die Erde kam, der Mensch wie wir geworden, die Sünde auf sich nahm. Er ist am Kreuz gestorben, doch brach er neue Bahn: denn er ist auferstanden. Ich glaube daran.
Jesus ist für mich…
Hier einige Gedanken, die die Firmbewerber beim zweiten Knotenpunkt in der Liebfrauenkirche gesammelt haben.
Jesus ist für mich…
- der unser Schicksal beeinflusst;
- Hoffnung an schlechten Tagen;
- gibt mir Kraft zum Leben;
- ein guter Freund;
- jemand, der macht, dass es mir an schlechten Tagen gut geht;
- „der Weichensteller unsererund vieler anderer Religionen“
- ein Licht in der Dunkelheit;
Zu Jesus fällt mir ein,
Tot, Leiden, Auferstehung, Jesus Christus;
Heiler;
Der Messias
Sohn von Maria und Josef
Gottes Sohn
Ein Heiliger
Friedensstifter
Jerusalem
Weihnachten
Jesus ist der erste Auferstandene
Helfer
Kreuzweg
Er hat Wunder vollbracht
Leztes Abendmahl
Er liebt jeden Menschen
Heiland
ein Freund
Vorbild
Kompass
„Löcher in den Händen“
Ostern
Karfreitag
Kreuzigung
Bibelfigur
„Die Passion Christi“
Er wurde verfolgt
Sohn der Jungfrau Maria
Wegweiser
Ein starker Arm
Jesus schenkt uns Glauben
Bezugsperson
„Unser Leben liegt in seinen Händen“
Jude
„Er gibt uns Kraft zum Leben“
Retter
Trug die Sünden der Menschen
Jesus ist der Retter der Welt
Leben
„Er ist im Herzen“
Hoffnung
„Ich kann IHN immer ansprechen, er ist überall!“
Beschützer
Anker
Kreuz
Kirche
„verkörpert Nächstenliebe“
33 Jahre alt geworden
„Wer ist Gott für mich?“
Textgrundlage Markus, 8,27-35
Wie wirke ich auf andere?
Für wen halten sie mich?
Bin ich im Trend?
Sehe ich gut aus?
Bin ich erfolgreich?
Werde ich anerkannt?
Wer kennt nicht diese Fragen und die Unsicherheit, was andere über mich denken.
Als neuer in einem Betrieb; als Zugezogener in einem Haus und in einer Straße; neu in einem Verein.
Die Beschäftigung mit der eigenen Außenwirkung, das Urteil anderer ist für das Selbstbild von großer Wichtigkeit, solange man noch nicht in sich selbst heimisch geworden ist.
Als Jesus seine Jünger fragt, für wen sie ihn halten, geht es ihm nicht um seine Wirkung. Er weiß, wer er ist und wofür er gesandt ist. Nicht auf seine Wirkung auf andere, sondern auf ihren Glauben kommt es ihm an. Sie sollen verstehen oder wenigstens erahnen, was er in ihrem Leben bedeutet, was er in ihnen und mit ihnen verändert, wie er sie ergreift, begeistert und motiviert.
Wer ist Gott, wer ist Jesus Christus?
Das ist kein abstraktes Philosophieren oder Fachsimpeln von Theologen.
Denken wir doch einmal an die Bilder der Weltjugendtage in Köln und Sydney. „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten“ …“ihr werdet meine Zeigen sein“, stand als Motto darüber.
Petrus bekennt: „Du bist der Messias“. Es passt gut zusammen.
Zunächst: Wer ist das eigentlich, den sie anbeten wollen, Jesus Christus?
Theologische Antworten sind: „Gottes Sohn“, „Erlöser der Welt“, „der Messias“. Aber befriedigt das? Schnell kann abgeschaltet werden, man legt die Frage beiseite, mit der Bemerkung, „das ist mir zu hoch!“
Wenn man die Jugendlichen in Köln und Sydney vor Augen hat, dann kann das aber noch nicht alles gewesen sein, was man als schnelle theologische und richtige Antwort parat hat.
Wer ist Jesus? Auch Petrus scheitert mit seiner schnellen Antwort. Jesus geht es nicht um den Verstand, sondern um das Herz. Er will seine Jünger zu „burning people“ machen, die seine Botschaft weitertragen. Nur wer selbst „brennt“, kann andere begeistern.
Jesus, „der beste Freund“, der, „auf den es sich zu bauen lohnt“. Jugendliche sind vielfach offen und direkt. Keine Wissenschaftlichen Antworten, sondern einfach und echt.
Darauf kommt es an: Nicht „wer war Jesus?, sondern „Wer ist Jesus heute für mich?“
So fragt Jesus auch jeden einzelnen von uns: Wer bin ich für dich in deinem Leben: in deiner Hoffnung, in deinen Zweifeln? – Komm und sieh! – Und dann mach dich auf und sag es weiter!

